Schreibübungen zum Ausprobieren

Keine Angst vor dem weißen Blatt Papier! Viele Menschen denken, sie müssten einen Text vorne anfangen und hinten aufhören. So ein Per- fektionismus kann blockieren. Schreiben Sie stattdessen zuerst spontan den Satz oder die Szene auf, die Sie bereits im Kopf haben. Und schon ist die erste Hürde genommen. Den Rest können Sie dann leichter um diesen Part herum stricken. Gefeilt wird erst ganz zum Schluss.

Starke Sprachbilder sind sinnlich

Wie klingt Wut? Wonach schmeckt Kindheit? Wie würde sich Frieden anfühlen, wenn Sie mit Ihren Handflächen behutsam darüber streichen könnten? Lebendige, ungewöhnliche Vergleiche oder Metaphern zu finden gelingt oft ganz leicht, wenn Sie sich fragen, wie Sie Ihre Schlüsselworter über die Sinne erleben würden.

Auf den Punkt gebracht

Nichts lässt Leser so schnell aus einem Text aussteigen, wie ellenlange Wortungetüme und verschachtelte Sätze. Um zu üben, schnell den treffenden Begriff zu finden, schreiben Sie einen Text über sich selbst - und zwar ausschließlich mit einsilbigen Worten. Klingt zwar unmöglich, geht aber, selbst wenn Sie dadurch sogar auf Artikel wie "eine" verzichten müssen. Erlaubt ist es dagegen, "ich geh" statt "ich gehe" oder "ich trink" statt "ich trinke" zu schreiben. Sie werden feststellen: Gerade einsilbige Wörter sind oft sehr stark, konkret und sinnlich, ein Text daraus besonders bunt, reizvoll und aussagekräftig.